KW 31: Flughafenkosten, Flughafenlärm, soziale Mischung im Märkischen Viertel

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Liebe Leser, der TXL ist ja in den letzten Wochen zum Liebling vieler Berliner geworden. Er müsse unbedingt bleiben, finden die Menschen. Die 300.000 Leute, die den täglichen Fluglärm ertragen müssen, sehen das vielleicht anders. Außerdem kaut der Flughafen bereits jetzt auf dem Zahnfleisch, eine Moderniesierung würde mindestens eine Milliarde Euro kosten. Einige Reparaturen sind jedoch unumgänglich, um die Zeit bis zur Eröffnung des BER zu überbrücken. Kostenpunkt: Knapp 4,5 Millionen Euro. Viel Spaß beim Lesen!

\ REINICKENDORF AKTUELL /

Flughafenlärm: 300.000 Menschen betroffen. Zur Debatte, ob der veraltete TXL offen bleiben soll, kommt ein weiteres „Detail“ hinzu: Mehr als eine viertel Million Menschen leiden unter dem Krach der Maschinen, die in Tegel abheben und landen. Das hat die Senatsverwaltung auf der Grundlage vorhandener Daten aus dem Jahr 2016 errechnet. Demnach müssen 133.900 tagsüber mit mehr als durchschnittlich 60 Dezibel den meisten Lärm ertragen; 141.900 liegen im Bereich zwischen 55 Dezibel und 60 Dezibel. er. Der ausgewiesene „Lärmteppich“ in West-Ost-Richtung erstreckt sich fast über das gesamte Stadtgebiet – von Spandau über Wedding, Reinickendorf, Pankow bis Lichtenberg. tagesspiegel.de

Eine Milliarde Euro für TXL. Berlins Flughafenchef Lütke Daldrup rechnet bei einem Rundgang vor, wie teuer es dem Steuerzahler zu stehen kommen würde. Der Mann ist für die Fertigstellung des BER verantwortlich, sowie für die. „Lebenserhaltungsmaßnahmen“ für Tegel und Schöneberg, wie es im Tagesspiegel treffend heißt. Vergangene Woche führte er vor, das TXL sich am Rande des Infarkts befindet. Insbesondere die Technik sei „auf Verschleiß“ gefahren wurden, seitdem die Schließung des Flughafens feststünde. Eine Modernisierung würde extrem kostspielig werden. Eine Milliarde Euro Minimum: Die Hälfte davon für die Gebäude, der Rest für Verkehrswege und Infrastruktur. tagesspiegel.de

Märkisches Viertel: ist die soziale Mischung in Gefahr? 60 Prozent der Wohnungen außerhalb des S-Bahn-Rings müssen an Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein vergeben werden. Das hat der Senat im April entschieden. Zuvor lag die Quote bei 33 Prozent. Die neue Vorgabe ist viel zu hoch, befürchten einige Wohnungsbaugesellschaften. Die soziale Mischung sei in Gefahr. Der Chef der kommunalen Gesobau, Jörg Franzen, hat Bausenatorin Katrin Lompscher nun um eine deutlich niedrigere Sozialquote für das Märkische Viertel,  gebeten. Hier leben momentan knapp 39.000 Menschen. morgenpost.de

TXL gewinnt Ranking. Der Flughafen ist bei einer Umfrage des Flughafen-Portals „AirHelp“ auf Platz Eins gelandet! Gesucht wurde der unpünktlichste Großflughafen Deutschlands. blogspan.net
Ryanair mischt sich weiter ein. Zuletzt hatte ein Sprecher der irischen Billigfluggesellschaft gesagt, dass Berlin einen dirtten Flughafen braucht – neben BER und TXL. Nun wird das Unternehmen eine Werbekampagne der Tegel-Befürworter unterstützen, um den Volksentscheid im September zu beeinflussen. bz-berlin.de
Freiwillige Feuerwehr Tegel lenzt. Im Schatten der Zuständigkeitsfrage in der Siedlung Mäckeritzwiesen machte sich ein User auf Facebook seinem Ärger Luft und vergab nur einen Stern an die FF Tegel. Sie würde keinen anständigen Job machen. Die Antwort der Feuerwehr Berlin ist ausnehmend freundlich und ironisch: facebook.com

Brandstiftung: Vehikel in Flammen. In der Nacht zu Dienstag haben im Bezirk gleich mehrere Fahrzeuge gebrannt. Zunächst war einem Zeugen auf einem Parkplatz an der Schorfheidestraße/ Ecke Markendorfer Straße gegen 21:45 Uhr ein brennendes Motorrad aufgefallen. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass sich die Flammen ausbreiten, das Gefährt war jedoch stark beschädigt. Drei Stunden später stand ein Audi  in der Lübarser Straße in Flammen. Ein nebenstehender Golf wurde ebenfalls beschädigt. Die Polizei geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus. berlin.de/polizei

\ SPORT /

Trunhallen im Bezirk noch in diesem Jahr wieder einsatzbereit. In ganz Berlin stehen mindestens elf Turnhallen auch in diesem Winter nicht für den Sport zur Verfügung, obschon sie leergezogen sind. Die Sanierungen dauern teilweise bis nächstes Jahr. Anders in Reinickendorf: Die drei Hallen des Bezirks sind entweder bereits wieder in Betrieb genommen oder werden zum Ausgang der Sommerferien voraussichtlich ausreichend saniert sein. Allerdings gibt es in allen drei Hallen Einschränkungen bei den Sanitäranlagen, sodass Schüler und Schülerinnen auf Duschen und Toiletten von benachbarten Hallen oder der Schulen ausweichen müssen. tagesspiegel.de

Der Hertha-Dampfer schwimmt wieder. Zum 125-Jährigen Jubiläum soll das Schiff, dem der Reinickendorfer Fußball-Verein seinen Namen verdankt, im Tegeler Hafen anlegen. tagesspiegel.de

\ ZAHL DER WOCHE /

500.000 Euro soll ein neues Starkstromkabel auf dem Flughafen Tegel kosten. Die Leitung war bei dem Unwetter Ende Juni beschädigt worden. Außerdem stehen noch weitere Sanierungen auf dem Plan, ohne die ein reibungsloser Betrieb nicht möglich wäre. tagesspiegel.de

\ STADTLEBEN /

Hochwasser in Tegel: Technisches Hilfswerk greift ein. Das THW eilte auf Ruf der Siedlungsverwaltung zur Hilfe und pumpte Wasser aus der Siedlung Mäckeritzwiesen. Seit Ende Juni stand das Wasser hier bis zu 80 Zentimeter hoch. Eigentlich müssen Senat, Bezirk oder Feuerwehr das THW alarmieren, was mit Verweis auf Privatgrundstücke nicht erfolgt sei. – dies war mit Verweis auf Privatgrundstücke nicht erfolgt. Die Siedlung ist eine private Laubenkolonie am Flughafen Tegel, die manche Nutzer auch dauerhaft bewohnen. Rechtlich umstritten ist die Frage, ob der Senat in Teilen für Hilfe bei Hochwasser zuständig ist. Nach Auffassung einiger Beobachter, hätte die Mäckeritzwiesen aufgrund des hohen Grundwasserstandes und fehlender Kanalisation nie bebaut werden dürfen. tagesspiegel.de

Unterwegs im Norden Berlins. Ulrike Borowczyk ist durch Reinickendorf gewandert – von Heiligensee über Konradshöhe durch den Wald und an der Havel entlang zum Tegeler Forst – und  den Weg dokumentiert, sowie nüchtern ihren Beobachtungen aufgeschrieben. Ein kleiner, merkwürdiger Reiseführer, dessen Zweck uns sich nicht recht erschließt. Doch vielleicht entdeckt jemand seine Lieblingsecke wieder? morgenpost.de

Wir wünschen ihnen auch ohne Event-Tips eine nicht zu langweilige Woche! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf reinickendorf-journal.de erledigen.

Es ist wichtig, dass wir die bewährte ,Berliner Mischung‘ möglichst in allen Kiezen erhalten.
Jörg Franzen, Chef der Gesobau äußert Befürchtungen, dass das Märkische Viertel zum Brennpunkt werden könnte.
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